Nachhaltigkeit ist für die Hall AG mehr als ein Schlagwort. Denn ein großer Teil des Stromes wird in der Region Hall selbst gewonnen, nämlich aus eigener Wasserkraft, Biomasse und Sonnenenergie. Private Haushalte und Unternehmen verlassen sich darauf, dass am Morgen das Licht angeht und Maschinen starten. Der größte und wichtigste Baustein dafür ist das 1966 errichtete Laufkraftwerk mit Tagesspeicher in Volders.
Im Rahmen des „Offenen Werkstor“ können Besucher hinter die Kulissen des größten Kraftwerkes der Region blicken, um alles rund um die Energieerzeugungsanlage, das Stromnetz der Hall AG sowie über die Produktion von Ökostrom in der Region zu erfahren. Mit ihrem Energiekonzept steht die Hall AG für höchste Versorgungs-Sicherheit und Zuverlässigkeit – heute und für kommende Generationen, wie die beiden Vorstände der Hall AG, Mag. Christian Holzknecht und DI Mag. Artur Egger betonen.
Erneuerung Kraftwerk Volders
Ein wichtiger Baustein dabei ist die Erneuerung des größten Wasserkraftwerkes der Hall
AG, welches mit einer Jahreserzeugung von 33 Mio. kWh rund 10.000 Haushalte
versorgt. „Ausgangspunkt für unsere Überlegungen war, dass sich der rechtliche
Rahmen des Kraftwerkes in Bezug auf den nationalen Gewässerschutzplan geändert
hat. Dieser fußt auf der EU-Wasserrahmenrichtlinie, wonach
alle Gewässer Österreichs in den guten Zustand überführt werden müssen. Als das
Kraftwerk in Volders in den 60er-Jahren bewilligt worden war, wurde kein
Restwasser festgelegt. Um den aktuellen Bestimmungen gerecht zu werden, muss
eine gewisse Restwasser-Dotation erreicht werden. Unsere Überlegungen betreffen
daher einerseits wasser- aber auch energiewirtschaftliche Komponenten. Dazu
kommt, dass das Kraftwerk über 60 Jahre alt ist und solche Anlagen nicht ewig
betrieben werden können. Es hat sich herausgestellt, dass ein Neubau zwar mit
erhöhten finanziellen Aufwänden verbunden ist, aber der Nutzen für die Zukunft
um vieles höher ist. Deshalb hat man sich im Aufsichtsrat und Haller Gemeinderat
einstimmig dazu entschieden, den Kraftwerksneubau anzugehen. Das Projekt wurde
ausgearbeitet und beim Land Tirol im Jahr 2024 eingereicht und harrt der
Bewilligung“, erklärt DI Mag. Artur Egger, der Technische Vorstand.
Trotz der großen finanziellen Herausforderung, sieht auch der kaufmännische
Vorstand, Mag. Christian Holzknecht, die Erneuerung als essenziell an: „Wir gehen derzeit von 50 Mio. Euro
an Investitionskosten aus, die sich bis zum Baubeginn wahrscheinlich noch nach
oben bewegen werden. Das ist die größte Einzelinvestition, die wir seit den
letzten 20 bis 25 Jahren umsetzen und die stark in die Zukunft gerichtet ist. Die
Wasserkraft wird auch in Zukunft eine tragende Säule des Geschäftsmodelles der
Hall AG sein und allfällige Überschüsse kommen direkt der Region zu Gute
Strompreise und Eigenproduktion
Wie wichtig ein großer Anteil an eigener Stromerzeugung ist, zeigen die vom politischen Geschehen abhängigen Strommärkte. „Bei steigenden generellem Verbrauch kommen wir auf ca. 35 bis 37 Prozent Eigenproduktion. Das bedeutet am Ende des Tages, dass wir den Rest zukaufen müssen und damit den Marktpreisen unter Anführungszeichen ausgeliefert sind“, erklärt Holzknecht und ergänzt: „Auch wenn gesetzlich festgelegte Preisbestandteile steigen, setzen wir ein klares Zeichen und entlasten dort, wo es möglich ist.“ Die Hall AG hat ihre Strompreise zum Start ins Jahr 2026 deutlich gesenkt. Kundinnen und Kunden zahlen künftig 10,4 Cent pro Kilowattstunde netto und damit mehr als 2 Cent pro kWh weniger als bisher in den Standardtarifen „StromPrivat_23_07“ und „StromBusiness_23_07“. Insgesamt entspricht dies einer Reduktion des Arbeitspreises um minus 18 Prozent. Ziel der Hall AG ist es, mit innovativen Investitionen auch für kommende Generationen ein verlässlicher Partner rund um die Energieversorgung zu sein.

Für mich war schon früh klar: Ein Beruf mit Praxis, Technik und Handwerk muss es sein. Ich bin kein Büromensch. Die Ausbildung zum Energietechniker ist vielseitig und abwechslungsreich: Netzbau, Stromverteilung, Kraftwerkswartung bis hin zum Hausanschluss gehören zu meinem Alltag. Besonders begeistert bin ich von der Arbeit im Inneren von Wasserkraftwerken, direkt an den Turbinen. Auch Kastenmontage, Tätigkeiten im Niederspannungsnetz, das Ziehen und Anschließen von Kabeln sowie das Einrichten neuer Trafostationen zählen zu meinen Lieblingsaufgaben. Zur Hall AG kam ich über ein Schnupperpraktikum und fühlte sich vom ersten Tag an „hoamelig“. Das sehr gute Betriebsklima, der starke Teamgeist und die abwechslungsreiche Arbeit bestätigten mich schnell: Hier bin ich richtig. Dass sich Einsatz und Motivation lohnen, konnte ich beim Lehrlingswettbewerb zeigen, wo ich in der zweiten als auch in der dritten Schulklasse mit dem goldenen Leistungsabzeichen ausgezeichnet wurde.