Die erste grenzüberschreitende unterirdische Tunnelverbindung ist mit dem historischen Durchschlag im Brenner Basistunnel (BBT) im vergangenen Herbst gelungen. Heuer warten mehrere weitere Meilensteine auf das Megaprojekt.
Bevor die Eisenbahnverbindung unter dem Brennerpass für den Güter- und Personenverkehr freigegeben werden kann, bedarf es aber noch einer Kraftanstrengung aller beteiligten Unternehmen und Mitarbeiter. Der nördlichste Bereich der riesigen Baustelle mit den Anschlüssen zu Sillschlucht und der Umfahrung Innsbruck ist zum Teil schon fertiggestellt, das Baulos H41 zwischen der Sillschlucht und Pfons liegt voll im Zeitplan, wie der zuständige Projektleiter DI Romed Insam berichten kann: „Die beiden Tunnelbohrmaschinen Ida und Lilia sind im Vorjahr an der Losgrenze angekommen. Beide Maschinen haben über acht Kilometer vorgetrieben und sind in der Zwischenzeit zur Gänze demontiert worden. Besonders die Anbindung in Richtung Innsbruck und die dort bereits fertiggestellten Bauteile stellen einen wichtigen Schritt im Projekt dar. Über ca. 70 Kilometer Vortrieb wurden letztlich von der Zufahrt Ahrental aus abgewickelt.“ Bis zum Herbst müssen nun noch einzelne Nischen und Querverbindungen vorgetrieben werden. Hier und im Erkundungsstollen sollen technische Anlagen künftig Platz finden, um die Wartungsarbeiten im laufenden Zugverkehr möglichst nicht zu beeinträchtigen.
Den Vortrieb online verfolgen
Derzeit sind drei Baustellen aktiv, zwei auf österreichischem und eine auf italienischem Staatsgebiet. Von Herausforderungen wie natürlich auftretende Störungszonen tief unter der Erde lassen sich die Experten im Tunnelbau nicht bremsen. Romed Insam lädt dazu ein, sich selbst ein Bild von den Vortriebsarbeiten zu machen: „Die BBT SE hat auf der Homepage einen Link eingerichtet, über den jeder den Stand verfolgen kann. Dieser ist unter www.bbt-se.com/gis zu finden. Wir gehen aus heutiger Sicht davon aus, dass die Bauarbeiten in unserem Baulos bis Frühjahr 2029 abgeschlossen werden und in weiterer Folge die technische Ausrüstung eingebaut werden kann.“
Renaturierung läuft parallel
Der respektvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen bildet die Basis von Planung und Bau des Brenner Basistunnels. Zahlreiche Maßnahmen begleiten den Tunnelbau, die Verbesserungen für Mensch und Natur mit sich bringen. „Die BBT-Gesellschaft ist stets bemüht, Eingriffe in die Natur und die Auswirkungen auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten. So sind und werden die Tunnelportale behutsam in die Landschaft eingebettet und Deponien in der Nähe der seitlichen Zufahrtstunnel angesiedelt. In den Nahbereichen der Baustellen wurden neue Nistplätze für Tiere angelegt. In sensiblen Landschaftsteilen überwacht eine eigens eingerichtete ökologische Bauaufsicht die Auswirkungen des Baugeschehens auf Umwelt und Natur“, erläutert Romed Insam abschließend.

Meine Aufgaben sind sehr vielfältig. Die Haupttätigkeiten betreffen die Koordination auf der Baustelle, die Abstimmung mit dem Planer und das Vertragsmanagement. Das beinhaltet Rechnungsprüfungen, Ausschreibungen, Prognosen, Budgetplanungen und Risikomanagement. Der Brenner Basistunnel ist ein einzigartiges Großprojekt und da mitzuwirken ist etwas Besonderes. Es ist sehr spannend, so komplexe Abläufe auf der Baustelle miterleben zu dürfen. Ich habe an der TU Graz Bauingenieurwesen studiert und den Bachelor abgeschlossen, die Master-Arbeit fehlt mir aus zeitlichen Gründen noch.