Brenner Basistunnel

Ingenieurstechnische Pionierleistung

Mit dem Brenner Basistunnel (BBT) entsteht eine zukunftsorientierte Flachbahn durch die Alpen. Der BBT ist das Kernstück der neuen Verbindung von Innsbruck und Franzensfeste.

Nach der Genehmigung im Jahr 2009 durch die beiden Länder Österreich und Italien wurde am 18. April 2011 mit der eigentlichen Bauphase begonnen. Eine Herausforderung für Geologen und Hydrogeologen, Vermesser, Vortriebsingenieure, Umwelttechniker, Baustoffexperten, Juristen sowie Fachleute im verwaltungstechnischen Bereich. Konrad Bergmeister ist einer von zwei Vorständen der BBT-Gesellschaft und für den österreichischen Teil dieses großen Projektes verantwortlich: „ Wir haben im vergangenen Jahrzehnt bereits über neunzig Kilometer an Tunnels ausgebrochen. Insgesamt müssen für diesen längsten Tunnel der Welt mit einer Länge von 64 Kilometer zwischen Tulfes und Franzenfeste und der Anbindung an den Bahnhof Innsbruck aber sogar 230 Kilometer ausgebrochen werden.“ Diese Länge entsteht, da das gesamte Tunnelsystem mit seinen zwei eingleisigen Haupttunneln auch zahlreiche Zufahrtsstollen, Logistikstollen und Erkundungsstollen beinhaltet.

Spannender Abschnitt Tulfes-Ahrental
Der Abschnitt zwischen Tulfes, Ampass und Ahrental kann heute schon durchfahren werden und damit im Zuge des Offenen Werkstores den Teilnehmern vorgestellt werden. Ein spannender Abschnitt, der Teil der Umfahrung der Landeshauptstadt ist, welche bereits 1994 errichtet wurde. „Dazu haben wir parallel einen Rettungsstollen gebaut, damit hier später auch Personenzüge von München nach Verona fahren können. Von Ampass bis Ahrental gibt es zwei Haupttunnel, welche sich überwerfen, da wir in Italien Linksverkehr und in Österreich Rechtsverkehr haben. In diesem Abschnitt gibt es bereits die fertigen Tunnels und wir können mit Bussen durch fahren“, erklärt Konrad Bergmeister.

Unterschiedliche Bauregeln und Gesetze
Bis zur Fertigstellung des BBT im Jahr 2027 liegt noch viel Arbeit vor den Tunnelbauern, doch der Vorstand zeigt sich mit dem Stand zufrieden: „Wenn wir einen Blick auf die großen Baulose werfen, dann kann davon ausgegangen werden, dass wir Ende 2019 alle Bautätigkeiten vom BBT ausgeschrieben haben. Das Projekt des BBT ist in vielfacher Hinsicht ein Meilenstein, von der technischen Komplexität über die Länge des Infrastrukturgebietes, aber auch in Bezug auf die unterschiedlichen Bauregeln, Normen und Gesetze, die wir in den beiden Nationalstaaten haben.“

Projekt mit völkerverbindenden Charakter
Großen Anteil am Gelingen des BBTs haben die Mitarbeiter, welche aus den unterschiedlichsten Kulturen und Ländern stammen und damit für Konrad Bergmeister auch einen wichtigen völkerverbindenden Effekt erzeugen: „Betrachtet man alleine den Abschnitt Tulfes-Pfons, dann haben hier Menschen mit elf verschiedenen Sprachen miteinander in einem Prozess der zunehmenden Harmonie zusammengearbeitet. Bei der BBT-Gesellschaft arbeiten etwa 150 Mitarbeiter, 80 davon in Österreich, 70 in Italien. Zählen wir die Mitarbeiter auf den Baustellen dazu und auch noch die Personen, welche indirekt davon profitieren, dann kommt man auf etwa 1500 Personen, die Jahresarbeitsplätze durch den BBT haben.“

Mitarbeiter-Zitate

Die Herausforderung in diesem Baulos liegt in der Größe. Wir müssen 42 Kilometer Tunnel ausbrechen, das ist sicher eine Besonderheit. Dabei werden sieben Vortriebe gleichzeitig durchgeführt, das bedarf viel Koordination, aber auch großen Einsatz von jedem der 500 Personen, die auf dieser Baustelle arbeiten.

Andrea Lussu, Projektleiter des Bauloses Tulfes – Pfons
Andrea Lussu, Projektleiter des Bauloses Tulfes – Pfons
 
Andreas Töchterle, Geologe
Andreas Töchterle, Geologe

Ich bin einer der Leiter der geologischen Dokumentation für den Brenner Basistunnel. Wir arbeiten im Schichtbetrieb, da die Vortriebsarbeiten kontinuierlich geologisch dokumentiert werden müssen. Auf diesen Untersuchungen aufbauend wird das geologische Modell des Baugrundes aktualisiert und bautechnische Maßnahmen entsprechend angepasst.

 
Konrad Bergmeister, Vorstand der BBT
Konrad Bergmeister, Vorstand der BBT

Brenner Basistunnel

www.bbt-se.com

Brenner Basistunnel

Kurz & bündig

Unter dem Brennerpass entsteht die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt für den Güter- und Personenverkehr. Mit der bereits bestehenden Umfahrung von Innsbruck erreicht der Tunnel bis Franzensfeste eine Länge von 64 Kilometer. Der Brenner Basistunnel wird zu 40 – 50 Prozent von der Europäischen Union finanziert. Österreich und Italien übernehmen die restliche Finanzierung. Die Gesamtkosten werden auf 8,5 Milliarden Euro geschätzt (Preisbasis 1.1.2018). Der Bau wurde im 2007 begonnen und wird 2027 abgeschlossen.